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Was ist Tischtennis, was sollte man darüber wissen ?

Ja, was sollte und was kann man über diese vermeintliche Nischensportart wissen?

Was alle wissen sollten: "Seit 2003 ist Tischtennis die erste Spielsportart, die als Gesundheitssport durch das Qualitätssiegel SPORT PRO GESUNDHEIT des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) anerkannt ist. Der Vorteil des gesundheitsorientierten Ausdauertrainings mit Tischtennis ist, daß der Spaßfaktor und das Miteinander hinzukommen. Durch die spielerischen Elemente ist die Motivation, Tischtennis zu spielen, größer, als die, immer nur joggen zu gehen" (wortwörtlich zitiert von der Homepage des DTTB, also des Deutschen Tischtennis Bundes).

Daß Tischtennis gesund ist, wissen alle, selbst die, die hart trainieren, um im Wettkampf zu bestehen, aber es steht auch für einen intellektuellen Mehrwertfaktor, weil es eben keine andere Sportart gibt, die das Gehirn und den Körper gleichzeitig so extrem fordert - nirgends werden wir sonst finden, daß keine Muskelpartie unbeteiligt bleibt, nirgends auch, daß es nicht nur körperlicher oder geistiger Fähigkeiten bedarf, um zu siegen, sondern hier sind die Besten die, die diese Tugenden harmonisch in Einklang bringen: höchste Kondition und höchste Konzentration! Beide gelten als "condicio sine qua non" und andere Sportarten mögen dasselbe mit Recht für sich fordern mit dem kleinen Unterschied, daß Tischtennis nunmal nachweislich in jeder Hinsicht gesund ist.

Aber abgesehen davon, gibt es eine Historie, die im Folgenden möglichst wahrheitsgetreu und nachweisbar wiedergegeben wird!

Die Ursprünge dieser Sportart liegen im Dunkeln, d.h., man ist mehr oder weniger auf Vermutungen und mögliche Halbwahrheiten angewiesen.
Bei den meisten Quellen wird Indien als Herkunftsland favorisiert, wo es heutzutage trotz über einer Milliarde Einwohnern keine Rolle mehr zu spielen scheint, weil seit Jahrzehnten nicht ein wettkampfstarker Inder im tischtennisbegeisterten Europa bekannt werden konnte.
Engländer brachten es mit nach Hause und wie bei vielen anderen Importen dieser Art war es beim Adel schnell populär,der wohl Bedarf nach sehr viel Abwechslung in sportlicher Betätigung hatte. Man entwickelte ausklappbare Kästen, die sich "bequem" überallhin mitnehmen ließen und in wenigen Minuten war der "Tisch" spielbereit und wie berichtet wird, lag im mobilen Teil sogar ein rudimentäres Regelwerk bereit, das 1875 ein Mister James Gibb, seines Zeichens Ingenieur herausgab. Als Schläger eignete sich fast alles, die ersten Bälle sollen mit Flanell bespannte Gummikugeln oder aber Korkkugeln gewesen sein.
Der geringe Platzbedarf, die Verwandtschaft mit dem Tennis (als "Netz diente ein über den Tisch gespanntes Seil) und die Möglichkeit, es auch im Hausinneren zu betreiben, sorgte für die Namensgebung Raumtennis. Im Haus spielte man es auf freigeräumten Tischen und es dauerte nicht lange, bis es nach einigen komisch klingenden Bezeichnungen wie Whiff Waff, Gossima und Flim Flam allgemein Tischtennis hieß. Man begann die Schläger mit Kork, Wildschweingewebe und sogar Schmirgelpapier zu belegen. 1891 wurde die Sportart unter dem Begriff „Ping Pong“ beim englischen Patentamt zum Patent angemeldet.
1900 wurde in England der erste Verein gegründet, 1902 wurde der Gummibelag mit Noppen erfunden und die "Ping-Pong-Association" aus der Taufe gehoben, die wegen der patentierten Namensrechte nur 3 Jahre später aufgelöst werden mußte.
Längst war Tischtennis aber über den Kanal gelangt. Schon 1897 wurde die erste ungarische Meisterschaft ausgetragen, 1899 wurde die 1. Berliner Tennis- und Ping-Pong-Gesellschaft gegründet und eine vereinfachte Form des Tischtennis nach Japan "exportiert", 1901 fand in Hamburg-Uhlenhorst das erste deutsche Turnier statt und 1907 die 1. deutsche Meisterschaft in Berlin.
1921 wird in England die „Table Tennis Association“ gegründet, 1925 in Berlin der Deutsche Tischtennis Bund (DTTB), der gleich die ersten offiziellen deutschen Meisterschaften veranstaltete. 1926 gründeten England, Schweden, Ungarn, Indien, Dänemark, Deutschland, Tschechoslowakei, Österreich und Wales ebenfalls in Berlin die Internationale Tischtennisförderation ITTF.

Aus den Anfangszeiten existieren viele Fotos, Zeichnungen und Skizzen, die eine Sportart zeigen, die wirklich sehr nach Tischtennis aussieht, aber durch den kurzen Tisch, die Schläger und was als Ball verwendet wurde, ein langsames Spiel gewesen sein muß (je kürzer der Tisch bei gleicher Netzhöhe, umso höher muß die Ballkurve sein).

Das hat sich gravierend geändert:

Tischtennis ist heute das schnellste Ballspiel der Welt, so jedenfalls steht es auf der Internetseite des Deutschen Tischtennisbundes (DTTB).

Der Tisch

Als Spielfläche kann getreu der Ursprünge alles verwendet werden, in der Mitte trennt ein Netz die beiden Spielhälften. Im Wettkampfbereich haben sich Preßspanplatten durchgesetzt, sie müssen dunkelgrün oder dunkelblau sein, die Maße der ITTF (International Tabletennis Federation) gelten für alle offiziellen Turniere weltweit und bestimmen Länge, Breite, Höhe der Spielfläche, die Position und alle Abmaße des Netzes millimetergenau.
Moderne Platten sind zum einfacheren Auf- und Abbauen klappbar und haben fahrbare Rollen.
Das Gestell, auf dem die Platte ruht, unterliegt keinen besonderen Regeln

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Der Ball ist zu einem Hochtechnologieprodukt geworden, seit dem Jahr 2.000 mißt er 40mm im Durchmesser, besteht aus Zelluloid, wiegt genau 2,7g, ist in der für Wettkämpfe zugelassenen Qualität perfekt rund geschliffen und mechanisch unglaublich belastbar. Durch Messung mit Hochgeschwindigkeitskameras stellte man fest, daß er bei Schmetterbällen 200 kmh überschreiten kann, den Schläger dann 1/1000 sec berührt und sich in dieser Millisekunde um bis zu 25% verformt und seine runde Form innerhalb dieser Tausendstelsekunde zurück gewinnt - und das tausende Mal, ohne kaputt zu gehen!
Läßt man ihn aus 30cm Höhe auf eine Platte fallen, muß er mindestens 23cm hoch springen.
Gewicht, Durchmesser und Farbe sind vorgegeben: Bei Wettkämpfen dürfen nur mattweiße und mattorange Bälle eingesetzt werden.
Früher wurde noch in *, ** und ***-Stern unterschieden, heute sind 3 Sterne sogar im Training die Regel.

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