1924
Eine weitere neue Sportart, bei der zwei Mannschaften mit jeweils elf Spielern einem Ball hinterherjagen, findet auch Anhänger in Pfrondorf. Zum 25-jährigen Vereinsjubiläum werden die ersten Fußballspiele gegen auswärtige Mannschaften ausgetragen. An mahnenden Worten fehlt es nicht: "Die Fußballer sollen sich auch auf das Turnen und die Leichtathletik verlegen und nicht nur einseitig Sport treiben". Hat sich das heute geändert?

1928
Vielseitiger Wunsch zur Gründung einer Fußballsparte.

25-jähriges Vereinsjubiläum, 5 Ehrenmitglieder. Es wurden zwei Fußballspiele ausgetragen: Pfrondorf gegen Sondelfingen und Pfrondorf gegen Pliezhausen.

Es sind schon zwei Fußbälle gekauft worden, einer zu 7,50 Mark und einer zu 14 Mark. Von den Spielern seien erst 19 Mark eingenommen worden und die Spieler sollen erst mal einen Spielleiter wählen! Die Fußballer sollen sich auch auf das Turnen und die Leichtathletik verlegen und nicht einen einseitigen Sport betreiben.

1933
Nach Unterlagen des Württembergischen Fußballverbandes hat der Sportverein Pfrondorf
erstmals 1933 eine Mannschaft zum Spielbetrieb angemeldet, obwohl in Ausschußprotokollen
schon fünf Jahre zuvor davon die Rede ist, dass die Mitglieder in den Turnstunden auch Fußball spielten.
In diesen Jahren fanden die ersten Fußballweltmeisterschaften statt (1930 in Uruguay, 1934 in Italien), und obwohl Zeitungen rar waren, der Hörfunk gerade seinen Siegeszug antrat und das Fernsehen noch nicht erfunden war, schwappte die Fußballbegeisterung auch auf Pfrondorf über. Es gab damals in Deutschland zahllose Arbeitslose und Fußball war für viele der Lichtblick in einer schweren Zeit. Die ältesten erhaltenen Bilder von Pfrondorfer Fußballspielern stammen aus diesen Jahren. Von den dort abgebildeten Spielern ist vielen heute noch fast 70 Jahre später Altschiedsrichterobmann Wilhelm Künstle und sein Bruder Ernst (Viktor genannt) ein Begriff, die bis heute selten bei einem Fußballspiel der Pfrondorfer Mannschaften fehlen. Auch damals schon dabei war der heute über achtzigjährige Pfrondorfer Schmied Jakob Schaal. Zu dieser Zeit waren Fußballschuhe und Trikots unerschwinglich teuer und mit viel Idealismus und Organisationstalent half man sich über die ärgsten Nöte hinweg. Im damaligen politischen Umfeld wurde der Sport gefördert, er galt für die Jugend als Vorstufe zur militärischen Ausbildung und Ertüchtigung. Da 1939 und in den Folgejahren praktisch alle Fußballspieler an die Front mußten, kam der Spielbetrieb zum Erliegen.

1946
Als nach und nach wieder ehemalige Fußballer aus der Gefangenschaft heimkehrten, wurde auch wieder Fußball gespielt. Pfrondorf war eine der ersten Gemeinden, die eine Fußballmannschaft stellte.

1948
Bei der Gründungsversammlung waren 4 Sparten beteiligt: Fußball, Turnen, Radfahren und Leichtathletik.


1949
Anfangs ist das Engagement kaum zu zügeln. Im Bericht über das Sportfest, das im Juli 1949 in Pfrondorf abgehalten wird, ereifert sich der Schriftführer: "Der SV Pfrondorf unterlag dem SV Derendingen knapp mit 1:2 Toren durch Elfmeter - eine krasse Fehlentscheidung des Schiedsrichters". Bereits im August aber gibt der Vorstand Bericht "über das in letzter Zeit sehr zurückgegangene Vereinsleben". In der Mannschaft fehle jeglicher Zusammenhalt und Kameradschaft. Der Schriftführer notiert, dass das Vereinsleben "in den einzelnen Sparten zum Teil ganz darniederliegt". Der Spielleiter der Sparte Fußball wird gefeuert.

1961
Die Fußballer machen mit einer Schülermannschaft einen Neuanfang.

1962
Zur Generalversammlung 1962 berichtet der Hallenwart, "dass im laufenden Jahr 44 Fensterscheiben zu Bruch gegangen sind. Die Fußballer werden gebeten, in der Halle etwas vorsichtiger mit dem Ball umzugehen." Drei Jahre später werden die Fenster im unteren Bereich durch Glasbausteine ersetzt – Vereinsalltag.

Im gleichen Jahr feiert die Fußballabteilung ihr 40-jähriges Bestehen.

1972
Für die Trainingsstunden des Fußballbetriebs erstellt die Gemeinde 1972 einen Bitumenhartplatz hinter der Turnhalle, der zunächst großen Anklang findet, auf Dauer aber doch mit Verletzungsgefahr verbunden ist.

1975
Bei der Fußballmannschaft spielen nach Ansicht des Ausschusses zu wenig Pfrondorfer Spieler.

1982
Die Fussballer erringen die Meisterschaft in der Kreisliga B.

1988
Fußball-Staffeltag in Pfrondorf.

1990
Bis 1990 wurde von der Fußballabteilung in zweijährigem Turnus zu Pfingsten ein international besetztes Jugendturnier ausgetragen, davon über zwei Jahrzehnte lang im Wechsel mit unseren Sportfreunden der Union Mühlheim Ruhr.
Jetzt findet alle zwei Jahre im Frühsommer ein Fußballjugendturnier für alle Altersklassen statt. Eingebunden ist dieses Turnier in das Sportwochenende des Vereins, an dem er sich in seiner ganzen Vielfalt präsentiert.


Die Fußballabteilung SV Pfrondorf 1903 e.V. entstand im Jahre 1928 unter dem Dach des Gesamtvereins, der nach seiner Gründung im Jahre 1903 als Turnverein Pfrondorf, seit dem Jahre 1919 Freie Turnerschaft Pfrondorf hieß.
Obwohl der Fußball zunächst von den Verantwortlichen des Gesamtvereins nicht
recht gelitten war - richtiger Sport war eben Turnen oder Leichtathletik - fanden bald erste Spiele gegen auswärtige Mannschaften statt.
Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten im Jahre 1933 wurden alle Sportvereine, so auch die Freie Turnerschaft Pfrondorf gleichgeschaltet und in diesem Zuge in VfL Pfrondorf umbenannt.
Zu dieser Zeit gab es im Verein zunächst keine aktiven Fußballmannschaften, sondern nur eine Schülermannschaft, die sich aus zwangsweise in der Hitlerjugend organisierten Schülern zusammensetzte.
Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges erwuchs jedoch aus dieser Schülermannschaft die aktive erste und zweite Mannschaft, welche am Verbandsspielbetrieb teilnahm.
Dieser kam jedoch nach dem Beginn des 2. Weltkrieges im Jahre 1939 quasi zum Erliegen, weil die meisten der Spieler zur Wehrmacht eingezogen wurden.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Sportverein im Jahre 1948 unter dem Namen Sportverein Pfrondorf 1903 e.V. neu gegründet.
Da der Sportverein Pfrondorf 1903 e.V. einer der ersten neugegründeten Vereine im Umkreis mit einer Fußballabteilung war, spielten von Anfang auch Spieler aus den umliegenden Gemeinden Kirchentellinsfurt und Lustnau für den SV Pfrondorf.
Ab 1950 fand wieder ein vom Verband (WFV) organisierter, regelmäßiger Spielbetrieb statt. In der Folgezeit spielte der SV Pfrondorf in verschiedenen Spielklassen bis zur Bezirksliga.
In den letzten 20 Jahren wurde neben dem Spielbetrieb der aktiven Mannschaften großer Wert auf die Jugendarbeit gelegt.
So gibt es heute, neben den aktiven Mannschaften und der AH, eine starke Jugendabteilung mit durchgehend von den Bambini bis zur A-Jugend eigenständigen Mannschaften, die zum großen Teil von lizenzierten Trainern betreut werden und in ihren jeweiligen Jugendligen erfolgreich am Spielbetrieb des Verbandes teilnehmen.
Diese engagierte Jugendarbeit soll auch zukünftig fortgeführt und qualitativ verbessert werden, sodaß der Aktivenbereich auch weiterhin von ihr profitieren kann und der Name SV Pfrondorf im regionalen Fußballsport auch künftig einen guten Klang hat.

Fußball-Jugend
Sicherlich hat es Fußball für Kinder in Pfrondorf schon seit Urzeiten gegeben. Doch der Jugendfußball hat sich unserer Meinung nach erst in den Sechzigerjahren unter August Walker entfaltet und hatte in den Siebzigerjahren einen Höhepunkt mit sehr guten A-Jugend-Mannschaften. Danach dümpelte der Jugendfußball mehr oder weniger dahin und die Mannschaften waren oft nur bis zur D-Jugend spielfähig. Ab der C-Jugend spielten die Jugendlichen als Gastspieler bei Nachbarvereinen in Kirchentellinsfurt, Lustnau und Dettenhausen.
Erst Ende der Achtzigerjahre wurde von Johannes Längle, Dieter Scholtka und einem Trainerteam der Versuch unternommen, Jugendmannschaften in Jahrgangsteams als Siebenermannschaften spielen zu lassen. Dieser vom DFB und WFV vorgeschlagene Weg führte zu einer regelrechten Renaissance des Jugendfußballs. Zunächst wurden wieder knapp 100 Spieler in verschiedenen Altersstufen integriert und nach und nach trug die qualifizierte Trainer- und Betreuerarbeit ihre Früchte. Es wurden dabei meistens Sportlehrer, Übungsleiter und Betreuer von Pfrondorf und Tübingen zusammengebracht, die auch immer mehr Meistererfolge mit ihren Teams feiern konnten. Im Jahr 1997 konnten wir zum ersten Mal nach langer Zeit mit Hans Schaal und Jürgen Scheu wieder eine A-Jugendmannschaft ins Rennen schicken und die schmerzliche Lücke zu den Aktiven schließen.
Dank kontinuierlicher Aufbauarbeit spielen jetzt die A-, B- und C-Jugend in der Leistungsstaffel. Derzeit spielen ca. 160 Jugendliche in elf Mannschaften aller Altersstufen. Diese werden von etwa 25 Betreuern und Trainern geführt.
Wir hoffen, dass es auch kommenden Generationen gelingt, die entsprechenden Trainer und Betreuer für diese wichtige Jugendarbeit und den Fußball zu finden.


Nach dem Krieg kamen die Soldaten nach und nach aus der Gefangenschaft in ihre Heimat zurück. Als sich die wirtschaftliche Lage mit der Einführung der D-Mark 1949 stabilisierte, wurde auch wieder organisierter Fußballsport betrieben. Die Pfrondorfer waren früh dabei und wurden in die spielstarke Bezirksklasse eingruppiert.
Ende der Fünfziger ging es dann sportlich bis hinab in die C-Klasse, wobei man den Abstieg ein paar Mal vermeiden konnte, unter anderem im legendären Spiel auf dem Ausweichsportplatz im Strütle, damals nichts anderes als eine Wiese mit aufgestellten Toren, als es nur mit größter Mühe gelang, gegen eine freundschaftlich gestimmte Lustnauer Mannschaft den Sieg unter Dach und Fach zu bringen.
Bereits 1952 nahm auch eine Jugendmannschaft am Spielbetrieb teil, dabei waren vorwiegend die Jungen aus den Jahrgängen 1936 um Karl Bauer und Fritz Leuze, die sich heute noch regelmäßig als Jahrgänger im Sportheim treffen.

In der Folge boten Walter Bechtle und August Walker Turnstunden für die Jugendlichen an, bei denen auch Fußball gespielt wurde. Ab den Sechzigerjahren gab es dann nicht nur eine A-Jugend und eine C-Jugend, in die alle spielwilligen Jungen eingruppiert wurden, sondern die geburtenstarken Jahrgänge und die Erschließung der Baugebiete Maienfeld und See ermöglichten es, zusätzliche Mannschaften zu bilden. Ab 1968 waren alle Mannschaften von der A- bis zur E-Jugend komplett, eine F-Jugend gab es damals noch nicht. Jugendleiter war Rudi Hildebrandt.
Der größte sportliche Erfolg der Sechzigerjahre war aus Sicht des Pfrondorfer Fußballs der Sieg im Bezirkspokal 1966.
Es spielten:
Der heutige Hirschauer AH-Chef und langjährige Hirschauer Jugendleiter Heinz Bechtle, Pfrondorfs Fußballjugendleiter der Siebzigerjahre Jochen Poser, Gerhard Bürk, dessen Sohn derzeit beim TSV Ofterdingen zeigt, woher sein Talent stammt, Allroundsportler und Organisationsgenie Roland Braun, Werner "Gernhard" Maier, Eberhard Enderle, dessen Sohn Olaf heute wie damals der Vater für die gute Stimmung in der Truppe sorgt. Der langjährige Sportheimwirt Hans Koch, Torwart Hans Bauer und der langjährige AH-Chef und Jugendtrainer Hans Greiner bildeten den Kern der Mannschaft.
Die Aufstellung zeigt, wie diese Mannschaft auch in den Folgejahren die Richtung im Verein angegeben hat.


Nach diesem grandiosen Erfolg wurde es ruhiger und in der Folge übernahm der
ehemalige Zonenligaspieler und Gründungschef der Leichtathletikgemeinschaft (LG) Schönbuch, Werner Hamann, das Fußballtraining, unterstützt von Walter Dölker und Willi Kuttler als Betreuer. Der verzweifelte Versuch, wieder an frühere, glanzvolle Zeiten anzuknüpfen, führte zum Drama von Hirschau. Ich kann mich noch gut erinnern, wie die komplette erste Mannschaft am Sonntagmorgen in der Kirche saß, um sich göttlichen Beistand zu sichern. Pfarrer Dr. Heinrich Buhr ging selbstverständlich ausführlich in seiner Predigt auf die Situation ein, damit auch die weniger sportbegeisterten Pfrondorfer Bescheid wussten. Die 1:0-Niederlage im Aufstiegsduell gegen den TSV Hirschau hatte verheerende Folgen. Zahlreiche Spieler wollten nicht mehr, die Stimmung war völlig am Boden und die Abteilung stand kurz vor der Auflösung.
In dieser schier aussichtslosen Lage übernahm ein Trio die Abteilungsführung: Der inzwischen verstorbene, langjährige Pfrondorfer Fahrschullehrer Eugen Schaal und Eberhard Enderle übernahmen, wie es sich dann zeigte, für ein Jahrzehnt die Abteilungsleitung, Spielführer wurde für ebenso lange der gerade der Jugend entwachsene Hans Schaal. Durch einige Sportstudenten, die den Kader ergänzten, blieb man spielfähig.

Um nicht noch einmal in eine solche Situation zu gelangen, wurde planmäßig die Jugend aufgebaut. Jochen Poser als Jugendleiter, Martin Salat, Rainer Kunz und Hans Schaal und auch damals schon Wolfgang Müller und viele andere trainierten die zahlreichen Mannschaften. Dadurch, dass es damals in der Sophienpflege noch keine Außenwohngruppen gab, sondern alle Zöglinge im Pfrondorfer Westen wohnten, hatte der SV Pfrondorf plötzlich so viele Jugendspieler, dass in der C- und D-Jugend sogar zwei Mannschaften gemeldet werden mussten. Auch Udo Rilling hat damals in der C-2 seine nunmehr fast 30-jährige Karriere in Pfrondorf gestartet. Damals gab es natürlich noch keine Siebener-, sondern bis hinunter zur E-Jugend nur Elfermannschaften. Die C-1 spielte einige Jahre in der Bezirksstaffel, die A- und B-Jugend stieg in der Folge in die Leistungsstaffel auf, wobei es damals generell etwa 50% mehr Mannschaften gab als heute. Auch ich begann 1977 als Co-Trainer von Rainer Kunz und war dann in den Jahren 1978 bis 1983 für die C-Jugend verantwortlich.

Damals machten wir Sommerausflüge zu Turnieren nach Holland und Ostern 1978 auf die westfriesische Insel Terschelling. Schon am Eckberg, als es galt, nach links Richtung Böblinger Autobahn abzubiegen, fuhr der erste Käfer mit Günther Linius am Steuer geradeaus in Richtung Dettenhausen. In Siegburg hatte er uns dann wieder eingeholt. Im Regensturm musste Manfred Schaal auf der holländischen Autobahn 300 m rückwärts fahren, um eine verpasste Einfahrt noch zu erreichen. Mir ist in meinem Leben insgesamt drei Mal das Benzin ausgegangen, davon zwei Mal auf dieser Fahrt. Das erste Mal einen Kilometer vor der Fähre nach Terschelling. Durch Anhalten des nachfolgeden Wagens, dessen Fahrer mich tatsächlich zur nächsten Tankstelle fuhr und dann auch noch den Kanister dorthin zurückbrachte, gelang es uns, zehn Minuten vor Abfahrt der Fähre in den Hafen zu brettern. Dort stellten wir erleichtert fest, das wir die ersten waren. Es war sehr schön auf der Insel, besonders, wenn das Schiff frische Biervorräte brachte. Auf der Rückfahrt war dann kurz vor der Einfahrt Wunnenstein wieder Spritende, da musste ich meine Uhr zurücklassen, um einen Kanister leihen zu dürfen.


Die A-Jugend 1980 schaffte durch gutes Training in der 1975 eröffneten Schönbuchhalle auch den bis heute nicht mehr erreichten Hallenrekord einer Pfrondorfer Mannschaft: Sie gewann fünf Hallenturniere in einer Saison. Im Tor stand Herbert Wittlinger, hinten spielten Udo Rilling und Thomas Schaal, rechts Ralf Kirschmer, links Wolfgang Seiboldt und Frank Pregizer, vorne Uwe Bopp. "Pfrondorfs ganzer Stolz ist diese A-Jugend" titelte Trainer Gerd Künstle damals im Tagblatt, was nicht nur Aktiventrainer Wilfried (Sissi) Müller maßlos ärgerte und kecklichen Stunk auslöste. Dieses Team belegte auch beim Pfrondorfer Hallenturnier im Sportinstitut Platz 3 vor der Verbandsligatruppe des SV Tübingen. Erster und Zweiter wurden die von Roland Braun trainierten A-Jugendteams des VfB Stuttgart.
Eine heute vergleichbare Situation entstand 1980. Praktisch alle Spieler der A-Jugend lösten das Team der 1. Mannschaft im Verlauf von zwei Jahren ab und stiegen 1982 in die Kreisliga A auf: Peter Leuze, Wolfgang Löffler, Hans Walker, Roland Dölker, Hans Schaal (nun in der Abwehr, nach all den Jahren als Mittelstürmer), Udo Rilling (auch schon im defensiven Mittelfeld), Jochen Nagel, Klaus Maier, Ulrich Raster (später langjähriger A-Jugendtrainer in Pfrondorf und Kirchentellinsfurt), Ralph Kirschmer (mit gleich 40 Toren im ersten Kreisliga-A-Jahr und Siegmund Kopp. Wolfgang Seibold war als zwölfter Mann der Joker.
Für die Fußballjugend begannen schwere Jahre:
Die Euphorie um den Aufstieg der ersten Mannschaft, der Trainer-Aderlass, unter anderem der Wegzug von Rainer Kunz und Martin Salat, die Familienpause von Hans Schaal (Jens ist 1981 geboren), Siegfried Rapp als Jugendeinteiler bei den Schiedsrichtern, die geburtenschwachen Jahrgänge, die jetzt ins Fußballalter kamen, der Zwang zur Kooperation mit den Nachbarvereinen (nacheinander Kirchentellinsfurt, Lustnau und Dettenhausen,) die Unbeweglichkeit des Verbandes (noch immer nur Elfermannschaften), führten in der Folge zu großen Problemen. Insbesondere die Tatsache, dass Pfrondorf keine A-Jugend mehr stellen konnte, machte den Aktiven zu schaffen. Sie bekamen in den ganzen Achtzigerjahren kaum noch Nachwuchs aus den eigenen Reihen.

Bei der ersten Mannschaft war dennoch die Welt in Ordnung. Zunächst Manfred Schaal und dann Kurt Schöttle als Abteilungsleiter etablierten das Team in der Spitzengruppe der Kreisliga A, wobei sich hochkarätige Trainer die Klinke in die Hand gaben, darunter Heinz Kostorz, der gerne von seinen Duellen als Vorstopper im Dress des Regionalligisten SSV Reutlingen gegen Bayerns Torjäger Gerd Müller erzählte, Josef (genannt Jupp) Saile (Hirrlingen, Ofterdingen, Stuttgarter Kickers, damals noch 2. Bundesliga) und Roland Braun. 1985 wurde dann das Trainingsspielfeld bei der Schönbuchhalle eingeweiht, auf dem bei schlechtem Wetter gespielt wurde. Der heilige Rasen auf dem Höhberg wurde in "Kurt-Schöttle-Stadion" umbenannt und erreichte zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte die Qualität des Wembley-Rasens.

Eine auf die erste Mannschaft ausgerichtete Jugendarbeit begann Hans Greiner mit der C-Jugend 1984, die von Jochen Nagel und Siegfried Rapp dann fortgesetzt wurde. Zwischen 1987 und 1990 stand man einmal mit der A-Jugend im Bezirkspokalfinale, drei Mal im Halbfinale (Schluss war stets gegen die erste Mannschaft des SSV Reutlingen) und erzielte im Verbandsliga-Hallenturnier des SSV Reutlingen einen sensationellen dritten Platz hinter dem SSV und Waldhof Mannheim. Jochen Nagel übernahm in der Folge dann die erste Mannschaft als Trainer, musste bald darauf allerdings berufsbedingt an den Bodensee ziehen. Aus dieser Schule stammen Spieler wie Volker Schaal, der heutige Aktiven-Betreuer Markus Gross, die Brüder Keppler und Daniel Künstle, aber auch Anastasios Ourkantzidis und der heutige Kapitän des TSV Lustnau, Thomas Göhring.
In den Achtzigerjahren gab es auch insgesamt sechs Hallenturniere in der Schönbuchhalle für C-, D- und E-Jugendmannschaften mit bis zu 24 Teilnehmern pro Jugend. Beim letzten Hallenturnier in der Schönbuchhalle 1986 stand dann plötzlich bei der E-Jugend Johannes Längle an der Seitenlinie und eine neue Ära startete.
Wie schon in den Siebzigern fand an Pfingsten in den geraden Jahren stets ein international besetztes A-Jugendturnier in Pfrondorf statt. Diese Tradition hielt sich bis 1990. Danach nahm ich wie Hans Schaal zehn Jahre zuvor eine Familienpause und die schwachen Jahrgänge taten ein Übriges, kurz: die Tradition schlief ein. Bei unseren A-Jugend-Pfingstturnieren hatten wir stets sehr starke Gastmannschaften, sodaß der Pokal immer nach auswärts ging. Nur beim allerersten Turnier, noch mit Hans Schaal und Hermann Walker als Jugendspielern (beide sind inzwischen über 50 Jahre alt), erreichten wir einen dritten Platz.
Von Anfang an dabei waren auch unsere Freunde von Union Mülheim/Ruhr, die ab Mitte der Siebzigerjahre dann in den ungeraden Jahren in Mülheim ein Pfingstturnier veranstalteten. Mit Ralph Kirschmer haben wir dort zwei Mal einen zweiten Platz hinter Mülheim-Styrum belegt (damals Niederrheinmeister). Auch menschlich war es dort sehr schön: Als ich 1977 zum ersten Mal nach Mülheim kam, wurde mir das Bier im Vereinslokal in einem Schwabenbräu-Humpen kredenzt. Aufmerksame Leser dieser Schrift werden wissen, dass es bei Pfrondorfer Pfingstturnieren kein Gläserpfand gab. Die Betreuer wurden oft in Mülheimer Familien privat untergebracht und bestens versorgt. Die Gastfreundschaft ging so weit, dass jeden Morgen ein zusätzliches Frühstücksei dazukam, bis wir beim dritten kapitulieren mussten. Auch von einer love story mit happy end kann ich berichten. Zunächst rätselten wir, was Gerd Künstle dauernd in der Küche zu suchen hatte, in der uns die Mülheimer das Essen zubereiteten. Als Karin dann nach Pfrondorf kam, war allen klar, was es damit auf sich hatte. Inzwischen haben die beiden vier Söhne, von denen Björn jüngst beim Kugelschiebeturnier und beim Stadtpokal tolle Spiele geliefert hat.
Die gängige Währung in Mülheim während des Festes waren Biermarken zum Stückpreis von 50 Pfennig, die man sich als Kette um den Hals legte, wie es in der Südsee die Insulaner mit ihren Kauri-Muscheln tun.

In den Achtzigern gab es auch als Saisonauftakt der Fußballer den Stadtpokal der Aktiven. 1989 wurde er in Pfrondorf ausgetragen, und unser Team kämpfte sich bis ins Endspiel gegen den SV 03 Tübingen durch. Dort erreichten unsere Jungs trotz zwei Toren von Klaus Maier nur wie jüngst im Hallen-Stadtpokal den zweiten Platz.
Anfang der Neunziger starben die meisten alten Ehrenmitglieder des SV Pfrondorf, Poser senior, Hermann Kalweit, Küfer Karl Johann Schaal und viele andere. Besonders schmerzte der Verlust von Altvorstand Röthenbach, der dem Verein stets tatkräftig zur Seite stand, und von Willy Bopp, AH-Chef und Inbegriff des Pfrondorfer Fußballers.
Dann kehrte Ralph Kirschmer nach neun Jahren beim TSV Ofterdingen zum SV Pfrondorf zurück. Diese Rückkehr trug ähnliche Züge, wie das erste Bundesligaspiel von Franz Beckenbauer für den Hamburger Sportverein, als er aus Amerika zurückkehrte und überraschenderweise nicht in einem Heimspiel, sondern nach der Halbzeit im Neckarstadion gegen den VfB Stuttgart auflief. Alles erstarrte in Ehrfurcht, und er hatte ein glänzendes Comeback.
In der Folge wurde Ralph davon überzeugt, das Traineramt anzutreten, nicht zuletzt von seinem Vorgänger und Freund Karl-Friedrich Fauser. In diesen Jahren spielte Pfrondorf auch einen optisch sehr ansprechenden Fußball, der dann 1995 zur Meisterschaft in der Kreisliga A führte. Ralf Bopp war damals der überragende Spieler. Auch die zweite Mannschaft spielte eine gute Rolle in der Kreisliga B. Im ersten Bezirksligajahr machte Ralph Kirschmer mit seiner Freundin nach Weihnachten Urlaub in Costa Rica. Dort wurde seine Freundin an Silvester entführt, was bundesweit Schlagzeilen machte. Nach wochenlangen, nervenzerreibenden Verhandlungen konnte ihre Freilassung erreicht werden. Ralph war die ganze Zeit in Costa Rica, während Karl-Friedrich Fauser in dieser Zeit das Training leitete. Die erste Bezirksliga-Saison wurde erfolgreich abgeschlossen, aber Ralph hatte nicht mehr den Nerv weiterzumachen und ließ sich in der Folge von seiner Firma nach Singapur versetzen.

Danach kam die nächste Zäsur. Kurt Schöttle, ein Macher des Pfrondorfer Fußballs trat auf Grund neuer beruflicher Perspektiven nach über zehn Jahren ab. So umstritten viele seiner Maßnahmen waren, er wusste stets, was er erreichen wollte und bekam das meiste auch umgesetzt. Die vielen Köche der Folgezeit konnten die Bezirkliga nicht erhalten, es ging bergab. Der Sturz endete erst im Relegationsspiel zur Kreisliga C in Oberndorf, als Oldie Fred Oberhauser in der Verlängerung wieder einmal die Kastanien aus dem Feuer holte. Danach begann der Neuaufbau der ersten Mannschaft, der mit der erfolgreichen Integration der Jugendspieler zu einem ähnlichen Happyend führte wie zwanzig Jahre zuvor.
Nach dem Aufstieg in die Kreisliga A mit den neuen Spieltrainern Matthias Künstle und Timo Weidle etablierte sich das Team sofort in der Spitzengruppe. Beim Stadtpokal 2002 hielt Torwart und Spielführer Mirko Pfeiffer insgesamt vier Neunmeter, was seinem Team in der Endabrechung Rang zwei einbrachte.
Auch außerhalb des Spielfeldes spielt die Mannschaft eine gute Rolle, sei es bei der Ausrichtung des Stadtpokalturniers 2002 oder beim Neuaufbau der Begrenzungszäune am Sportplatz Höhberg.
Die AH spielte Anfangs der Neunziger in einer Über-40-AH mit den alten Haudegen Roland Braun, Hans Greiner, Gerhard Bürk, Jochen Vollmer, den Brüdern Karrer und vielen anderen.
Seither gibt es nur noch die Ü30, bei der Frank Pregizer und Jürgen Bauer nun nach zehn Jahren die Leitung abgaben. Was wäre der Fußball ohne seine Schiedsrichter: Willi Schaal ist für den SV Pfrondorf nun schon fast 30 Jahre an der Pfeife aktiv, neuerdings ist auch sein Sohn Dominik dabei.
Auch bei der Fußballjugend fand eine Neuausrichtung statt. Die jüngeren Jugendmannschaften (bei Bedarf bis zur C-Jugend) spielen in Siebener-Teams, was die Flexibilität erhöht und fußballerisch deutliche Vorteile bringt.
Statt A-Jugendturnieren werden Kleinfeldturniere für alle Altersklassen durchgeführt. Die wesentlichste Änderung betrifft jedoch die Mannschaftsbetreuung: Während es in den Siebzigerjahren normal war, dass ein Trainer eine Jugendmannschaft komplett betreut, trainiert und Mädchen für alles ist, hat sich das geändert. Jede Mannschaft wird von einem Trainerteam betreut, das Ausbildungsniveau der Trainer wird gezielt verbessert und auch der Verband hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet qualifizierte Unterstützung an. Allen voran Johannes Längle, aber auch Gerd Stickel, Dieter Scholtka, Wolfgang Müller, Werner Zeiler und Fido Armbruster haben hervorragendes geleistet. In jüngerer Zeit kamen noch Johannes Wiedemann, Mirko Pfeiffer und (wieder) Fred Oberhauser dazu.

Mich hat im Sommer 1999 Wolfgang Müller überzeugt, bei den damals Jüngsten wieder einzusteigen, und inzwischen haben diese Jungs schon zwei Stadtpokale und verschiedene Meisterschaften errungen.
Die A-, B- und C-Jugend haben mit dem Aufstieg in die Leistungsstaffel das damalige Motto der Pfrondorfer Fußballjugend umgesetzt:

"SV Pfrondorf: Nr. 1 im Fußball"


Beim heutigen Training der Fußballjugend fehlt es nicht an Bällen:
Das sah beim Neubeginn nach dem Krieg noch ganz anders aus. Damals waren Fußbälle noch eine echte Rarität.
Lange Zeit waren für die zwei Mannschaften nur zwei Bälle vorhanden und die waren durch die starke Beanspruchung natürlich in einem sehr schlechten Zustand. Wurden diese Bälle einmal nass und man benutzte sie danach wieder, sah man sich mit einem einer Holzkugel ähnlichen Spielgerät konfrontiert. Und wenn man mit dem Kopf die ausgetrocknete Verschnürung erwischte, wurde man wie von einer Keule getroffen.
Der Vater der Fußballerfamilie Bopp war Schuhmacher. Er musste sonntags nach seiner Messnertätigkeit bei Heimspielen immer in der Werkstatt parat sein, damit ein Ball gleich wieder geflickt werden konnte. Es kam sogar vor, dass der frisch geflickte Ball gerade eintraf, als bei dem anderen wieder die rosafarbene Blase zum Vorschein kam.


Fußball – einst und jetzt